Substitution in der Kreislaufwirtschaft im Metallsektor: die Kupferperspektive

Im Rahmen der ECHA-Strategie vom Januar 2018 zur Förderung der Substitution durch Chemikalien durch Innovation organisierte Eurometaux am 7. November einen Workshop, um zu erörtern, wie die Substitution im Metallsektor aus Kreislaufwirtschaftssicht angeregt werden kann. Letzteres ist von entscheidender Bedeutung, da das Schließen des Kreislaufs durch sichere Wiederverwendung oder Recycling von Materialien die Leistung von Substanzen bereits exponentiell verbessert, wodurch das Risiko eines bestimmten Materials erheblich verringert wird.

Für Substanzen, die als sehr besorgniserregend (SVHC) eingestuft werden, reicht dies jedoch nicht aus. Eurometaux schlägt daher eine nachhaltige Substitution vor, wenn dies technisch und wirtschaftlich aus einer kombinierten Perspektive nicht nur der Kreislaufwirtschaft, sondern auch des Chemikalienmanagements und anderer relevanter politischer Ziele der EU sowie des gesellschaftlichen Werts und der Auswirkungen möglich ist.

Aus Kupferperspektive ist das Hauptthema die Bleisubstitution in Kupferlegierungen. Klaus Ockenfeld vom Deutschen Kupferinstitut stellte eine Fallstudie zur technischen Durchführbarkeit der Bleisubstitution in Kupferlegierungen vor: “Zwar gibt es Lösungen, um einige der technischen Eigenschaften von Blei in Legierungen in einer Reihe von Anwendungen zu ersetzen, aber derzeit gibt es keine Allround-Lösung. Dies trotz der Tatsache, dass die Kupferindustrie bereits seit geraumer Zeit kräftig in die Forschung und Entwicklung von Kupferlegierungen investiert, um kritische Elemente zu ersetzen. Damit befinden wir uns an unseren aktuellen Grenzen des technisch Machbaren.”

Darüber hinaus sind die derzeit verwendeten bleihaltigen Kupferlegierungen ein weiterer Gesichtspunkt. Dank der Langlebigkeit des Materials bleibt es oft sehr lange im Einsatz und somit im System. Es muss also ermöglicht werden, den Weg zurück in die Recyclingströme der EU zu schaffen. Bei Kupfer werden rund 50 Prozent der EU-Nachfrage durch Recycling gedeckt – die höchste Zahl weltweit. Wenn der Rücklauf verhindert wird, bleibt das Konzept der Kreislaufwirtschaft, bei der Materialien in Bezug auf Ressourcen- und Wirtschaftlichkeit in der Schleife halten, flach.”

Mit anderen Worten, es ist entscheidend, ein Gleichgewicht zwischen den Zielen des Recyclings und der nicht toxischen Umwelt zu finden, wie Dirk Goris von Metallo in seiner Fallstudie über die Auswirkungen der Substitution durch Bismut auf das Kupferrecycling und die Materialströme hervorgehoben hat: “Im Wesentlichen kann die Zulassung eine gut beabsichtigte Chemikalienbewirtschaftungsmaßnahme sein, um die Exposition gegenüber Blei zu begrenzen, aber wir sollten darauf achten, dass keine unbeabsichtigten “Opfer” entstehen, wie etwa das Streben nach Kreislaufwirtschaft in der EU.”

Für Kupfer gibt es begrenzte Möglichkeiten für die Wertschöpfungskette, sich an das zunehmende Vorhandensein von kontaminierenden Elementen anzupassen oder darauf zu reagieren, doch alternative Materialoptionen sind begrenzt. Von diesen technisch und wirtschaftlich realisierbaren Alternativen, die von nachgeschalteten Anwendern angenommen werden, passen nicht alle zwangsläufig zu den Ambitionen der Kreislaufwirtschaft. Daher ist es wichtig, ein deutliches Signal von den Aufsichtsbehörden zu erhalten, dass die Kriterien der Kreislaufwirtschaft bei der Bewertung von Alternativen zu SVHC-Substanzen eine Schlüsselkomponente der Bewertung sind. Dies erfordert sowohl Zeit als auch angemessene Bewertungsinstrumente.