Messing

Messing ist eine Legierung aus den Metallen Kupfer und Zink.

Wer an Messing denkt, hat viele Bilder vor Augen: luxuriöse Empfangshallen von Hotels und Galerien, glänzende Bordinstrumente auf Segelschiffen wie der Gorch Fock oder einen Konzertauftritt des legendären Jazz-Musikers Miles Davis mit seiner Trompete. Messing mit seinen warmen goldgelben bis goldroten Farbtönen strahlt Eleganz aus und schafft Atmosphäre. Es entfaltet seinen Reiz alleine und in Kombination mit anderen Werkstoffen wie Glas oder Holz. Es wirkt kostbar und ist in seiner Anwendung
dennoch wirtschaftlich.

Machined brass components

Messing begegnet uns im Alltag auf Schritt und Tritt – denken wir nur an Türgriffe zu Hause oder in öffentlichen Gebäuden, an Handläufe von Treppengeländern,an Armaturen von sanitären Einrichtungen oder an stilvolle Lampen und Leuchten. Messing: das sind die vielen kleinen Zahnrädchen, Federn und Schrauben, die im komplizierten Innern eines Uhrwerks ineinander greifen; das sind Schmuckwaren und Kunstgegenstände ebenso wie Beschläge und Scharniere.

 

Was bedeutet “Messing”?

Der Ursprung des Wortes Messing ist nicht völlig klar, wogegen die Legierung wegen ihres goldähnlichen Aussehens schon Aristoteles (384–322 v. Chr.) bekannt war. Einige Erklärungen führen die Bezeichnung noch weiter auf ein Volk in der Kolchis zurück, das „Mossynoiken“ („Holzturm-Bewohner“) genannt wurde, andere sehen die Verwandtschaft zum lateinischen massa und meinen damit einen Metallklumpen auf dem offenen Herd. Fest steht wohl, dass Messing erstmals gezielt um 1550 n. Chr. aus Kupfer und Galmei erschmolzen wurde, es aber erst um die Mitte des 17. Jahrhunderts verstanden wurde, Messing aus Kupfer und Zink zu erschmelzen. „Messing“ verbreitete sich rasch als Sammelbezeichnung für Legierungen auf Basis Kupfer/Zink. Größere Bekanntheit erlangten dabei die Tombake, Kupfer-Zinklegierungen mit Kupfergehalten von stets >80 %. Die Bezeichnung soll auf das malaysische tambaga zurückgehen.

Quelle: Wikipedia

Messing wird in nahezu allen Industriezweigen verwendet. Im Maschinen-, Apparate- und Kraftwerksbau wird es für Lager, Ventile, Synchronringe, Rohre, Turbinen und Schaufelräder gebraucht. Im Fahrzeugbau für Autokühler und Wärmetauscher; im Bauwesen im Bereich der Sanitär- und Heizungsinstallation für Verbindungen und Ventile aller Art; in der Feinmechanik und im Instrumentenbau für Mess-, Steuer- und Regelgeräte; in der Elektrotechnik und Elektronik für Steckverbindungen, Klemmkontakte und Halbleiter-Bauelemente.

Ob in der Nachrichtentechnik, in der Unterhaltungselektronik oder in Haushaltsgeräten – Messing ist Teil dieser Technik.

Dass Messing in dieser Breite eingesetzt wird, hat neben wirtschaftlichen  Gründen mit den vorteilhaften Werkstoffeigenschaften zu tun. Messing lässt sich für beliebige Zwecke problemlos verarbeiten und ist je nach Legierung hart oder weich, starr oder dehnbar. Es ist ein ausgezeichneter Wärmeleiter,
verschleißarm und sehr korrosionsbeständig. Außerdem hygienisch, da sich keine Bakterien auf Messingoberflächen vermehren können.

Die gebräuchlichen Verbindungen enthalten einen Zinkanteil von fünf bis 45 Prozent. Jenseits dessen entstehen keine brauchbaren Legierungen mehr.  Das Farbspektrum reicht von Goldrot bei hohem Kupferanteil bis hellgelb bei hohem Zinkanteil. Kupfer und Zink vermischen sich in der Schmelze optimal und bleiben auch beim Erstarren gleichmäßig ineinander verteilt. Zwar können theoretisch unendlich viele Legierungen zwischen Kupfer und Zink hergestellt werden, doch ist die Zahl der Messingsorten in der Praxis auf rund 60 beschränkt. Damit lassen sich weitgehend alle physikalischen, chemischen und technologischen Eigenschaften erzeugen. Durch weiteres Legieren mit Elementen wie Aluminium, Eisen, Mangan, Nickel, Silizium und Zinn entstehen die sogenannten Sondermessinge. Die Messingsorten, die als dritte Komponente zwecks besserer Zerspanbarkeit kleine Anteile von Blei erhalten, werden auch als Automaten- oder Zerspanungsmessinge bezeichnet.

Einerlei, ob Messing aus funktionalen oder ästhetischen Gründen gewählt wird: Es ist ein Werkstoff, der unserem Leben Farbe gibt und es ein bißchen lebenswerter macht.