Ökonomie

Kupfernachfrage und ökonomischer Wert

Die direkte Kupferindustrie in Europa besteht aus rund 500 Unternehmen, macht einen geschätzten Umsatz von 45 Milliarden Euro und beschäftigt ungefähr 50.000 Menschen.

Viel wichtiger ist jedoch die Breite der Beschäftigung in der Industrie und im Dienstleistungssektor, die auf dem Mehrwert beruht, der durch den Einsatz von Kupferprodukten erzielt wird (z. B. Energieversorger, Elektriker, Automobilhersteller, Hersteller von Elektronikgeräten, Installateure und Dachdecker). Diese “nachgelagerten” Sektoren beschäftigen mehrere Millionen Menschen und machen einen wesentlichen Teil der industriellen Basis der EU aus.

Während die weltwirtschaftliche Situation relativ schwach blieb, lag die weltweite Kupfernachfrage 2014 auf einem Rekordhoch von rund 27 Millionen Tonnen. Diese setzte sich aus 23 Millionen Tonnen Raffinerieproduktion plus 4 Millionen Tonnen Direktschmelzschrott zusammen. Die Nachfrage der EU wurde auf rund 4,2 Millionen Tonnen geschätzt.

Aufgrund seiner überlegenen Eigenschaften wie der besten elektrischen und thermischen Leitfähigkeit eines üblicherweise verwendeten Metalls sowie seiner Beständigkeit und antimikrobiellen Eigenschaften ist Kupfer ein Schlüsselmaterial für Innovationen in einer Reihe von Sektoren, einschließlich der Versorgung mit erneuerbaren Energien, Energieeffizienz, nachhaltige Gebäude, Verkehrssysteme und Gesundheitswesen.

Verwendung von raffiniertem Kupfer nach Sektoren innerhalb der EU 28 (Quelle: IWCC / ICA, 2015)

Um der weltweit steigenden Nachfrage nach Kupfer, die sich in den letzten 25Jahren verdoppelt hat, gerecht zu werden, war es wichtig, die Eigenschaft des Kupfers zu nutzen, die es ihm ermöglicht, ohne Qualitätsverlust zu 100 % wiederverwertet zu werden. Es wird geschätzt, dass in den letzten zehn Jahren 41 % der Kupfernachfrage in der EU27-Region durch die Rückgewinnung und Wiederverwertung von Resten der Wertschöpfungskette gedeckt wurden (Glöser, Simon; Soulier, Marcel; Tercero Espinoza, Luis A. (2013)).

EU-Rohstoffquellen
Um den gesamten jährlichen Kupferbedarf von rund 4 Millionen Tonnen zu decken, bezieht die EU-Kupferindustrie ihr Material aus vier Quellen:

  • Bergbau in der EU (20%)
  • Haus- und Industrieabfälle aus der EU (43%)
  • Importe von Erzen und Konzentraten (25%)
  • Metallimporte aus anderen Regionen (12%)

Das folgende Diagramm zeigt die Aufteilung der Kupfermengen (in Millionen) nach Quelle, bezogen auf das Jahr 2014, gemäß der International Copper Association, der International Copper Study Group und des International Wrought Copper Council.

Die Kupferförderung in der EU macht 4,6% der gesamten Weltproduktion aus
Im Jahr 2014 betrug die Kupferminenproduktion in der EU 847.000 Tonnen. Chile war mit einem Anteil von 32% das größte Bergbauland, gefolgt von China (8%), Peru (8%), den USA (7%) und Australien (6%).

China war mit 27% der Weltproduktion der weltweit größte Produzent von raffiniertem Kupfer, gefolgt von Chile (16%), Japan (7%) sowie den USA und Russland (je 5%).

Europas Minenproduktion im Jahr 2013 (Quelle: European Minerals Statistics)

Londoner Metallbörse

Die Londoner Metallbörse ist das weltweit bedeutendste Zentrum für den industriellen Metallhandel und das Preisrisikomanagement. Mehr als 80 % des globalen Handels mit Nichteisenmetallen geht hier vonstatten. Die auf ihren Handelsplattformen bestimmten Preise werden weltweit als Maßstab verwendet.