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Presseinformationen 
31 | 05 | 17
Italiens Design-Elite entwirft Kupfer-Objekte
Innenarchitektur
Design, kreativ, Wettbewerb, Kunst

Im Rahmen des italienischen Design-Preises „Copper in the Home“ haben sich sieben italienische Designer mit dem Thema „Kupfer“ auseinandergesetzt und brandneue Objekte entworfen. Sie zeigen die unglaubliche Fähigkeit von Kupfer und seinen Legierungen, sich an die ästhetischen Entscheidungen jedes Designers anzupassen und präsentieren damit eine umfassende Palette der neuesten Trends der europäischen Designwelt. Giorgio Bonaguro, Carlo Contin, Lorenzo Damiani, Giulio Iacchetti, Paolo Lucidi und Luca Pevere (aus dem LucidiPevere Design Studio ), Gabriele Pardi und Laura Fiaschi (von Gumdesign) und Donata Paruccini  haben dabei völlig unterschiedliche Ansätze verfolgt. Entsprechend vielfältig sind die Ergebnisse und das eingesetzte Material – angefangen bei einem Kerzenhalter oder einer Lampe aus Kupfer bis hin zu einer Schale aus Messing.

In einer Zeit wie heute, geprägt von einem theoretischen Trend zur Entmaterialisierung, entwirft Giorgio Bonaguro einen Gegenstand, der bewusst "materialistisch" ist, der sich in einer einseitigen "mechanistischen" Ästhetik verankert. Auf der anderen Seite nutzt er die möglichen Oberflächenveredelungen des Kupfers. So kann der konzentrische Kerzenständer „Concentrico“ leicht zusammengesetzt oder demontiert werden, indem man übereinanderliegende drei Elemente mit 3-2-2 Kerzenhaltern verschraubt.

Innovative Umsetzung

In "gezogenen" Krügen gibt es oft eine problematische Beziehung zwischen Körper und Griff; manchmal mit Eleganz gelöst, manchmal in der Unbestimmtheit einer ganz beiläufigen Gegenüberstellung gelassen. Carlo Contin greift das Problem von Anfang an an: Der Griff von „Tocut“ ist Teil des Körpers des Kruges. Ein hoher Kegel, der wie ein "Zaubererhut" geformt ist, ist verkürzt und so gebeugt, dass sein schmalerer Teil zum Griff wird. Der Kontinuitätseffekt ist also absolut.

Lorenzo Damiani, der "Erfinder" unter den italienischen Designern, interpretiert die Einladung, ein Kupferobjekt zu zeichnen, das für den Wohnraum bestimmt ist, um eine neue Typologie zu definieren. In zwei Teile geteilt, ein Tablett und eine Deckglocke, zeigt "Corto Circuito" ("Kurzschluss") noch nicht seine wahre Natur: erst wenn der Deckel abgehoben wird, entdeckt man, dass sich hier eine Lampe verbirgt. Der Hals der Deckglocke beherbergt eine Batterie. Aber wenn die Abdeckung angehoben wird, lässt die Schaltung das interne Licht leuchten. Der lange Griff beherbergt eine Quelle von LED-Licht und eine Batterie, der große Kegel fungiert als Diffusor und die Basis fungiert als Schalter. Absolut im Einklang mit einer persönlichen Ästhetik, verfolgt Damiami seit Jahren das Ziel, immer wieder innovative Objekte zu entwickeln. 

Skulpturales Design

Die Tischspiegel von Gabriele Pardi und Laura Fiaschi (Gumdesign) erinnern an die intensivsten Projektabenteuer von Bruno Munari, den "Reise-Skulpturen": tragbare Elemente, um auch das bescheidenste Hotelzimmer zu personalisieren. Ebenso werden diese reflektierenden Metallsiebe, die in verschiedenen Größen entworfen und dank einer sorgfältigen Biegearbeit standhalten können, zu "sentimentalen Objekten". Sie schmücken jeden Platz mit ihren Reflexionen und ihrer eleganten Einfachheit: ein "leichter" metallischer Origami!

Erfunden 1941 von John G. Martin, ist die Moscow Mule ein Cocktail, der noch immer nur in Kupferbechern serviert wird. Diese Tatsache hat Giulio Iacchetti zu seiner schwierigen Aufgabe inspiriert: ein Objekt erkennbar zu machen, wenn man eine Tradition und eine solide Typologie respektiert. Iacchetti agiert richtig, indem er sich auf die Definition von Details stützt: Es ist der Griff, der die Identität und die Einzigartigkeit des Projekts ausmacht. Obwohl dieser Becher dazu dient, einen anspruchsvollen Cocktail zu beherbergen, holt sich Iacchetti den Wert und die Stärke eines alten Zinnbechers als Vorlage für einen neuen Becher aus gedrechseltem Kupfer.

Sehr oft sind Design-Objektnamen separate Entitäten, im Vorfeld definiert und mit einem gewissen Grad von Zufälligkeit. Das Gegenteil bei "Capomastro": hier ist der Name eine formale und funktionale Synthese des Entwurfs des Objekts. Das Wort bezieht sich auf das Leben auf dem Bauhof und vor allem auf einen erfahrenen Maurer, eine Person, die ein Werkzeug namens "frattazzo", die Maurerkelle, nutzt, um zu verteilen und zu glätten, und der frattazzo ist mit einem wichtigen Griff ausgestattet.

Die alte Nutzung dieses Werkzeuges wird von Paolo Lucidi und Luca Pevere analysiert und neu interpretiert. Der eigentliche Griff wird in der Tat, obwohl funktional verbleibend, das einzige "dekorative" Element einer elegant minimalen Komposition dieser Multifunktionsschale.

Schon Kunst oder noch Design?

Heutzutage wird "Kunst-Design" sehr viel diskutiert, oft mit der Idee bei Objekten die Funktion zu vernachlässigen um reine Form zu werden. Donata Paruccini wirkt umgekehrt, um das Ergebnis Kunst zu erzielen: Die Schale "Isola" ("Insel") ist in der Tat eine geologisch geschichtete Landschaft, die an einem Ort liegt, der einen See simuliert. Die reale Anwesenheit von Wasser, zusätzlich zur Schaffung von anspruchsvollen Reflexionen, wirkt in verschiedenen Graden der Oxidationen für die verschiedenen Kupferschichten und produziert unnachahmliche Merkmale.  

Die sieben Objekte wurden erstmals im Rahmen der Preisverleihung des Wettbewerbs „Copper in the Home 2017“ vorgestellt und sollen im Rahmen der künftigen Wettbewerbe fortgeführt werden.

Mehr Designideen unter http://copperalliance.eu/design

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