Neue Legierung für metallisches Glas entwickelt 

Kupfer ist wichtige Komponente

Beim Wort "Glas" denkt man meistens zuerst an eine Fensterscheibe. Für einen Materialwissenschaftler ist Glas jedoch ein viel allgemeinerer Begriff. In der Wissenschaft nennt man ein Material glasförmig, wenn dessen Atome nicht in regelmäßigen Abständen zueinander stehen, sondern sich völlig unregelmäßig im Material anordnen. In genau diesem Zustand der Unordnung befinden sich metallische Gläser und das hat weitreichende Konsequenzen für ihre Eigenschaften.

Die Härte metallischer Gläser stellt herkömmlichen Stahl weit in den Schatten. Trotzdem lassen sie sich bei weniger als 300 Grad Celsius ähnlich wie Plastik in Form spritzen. Diese einzigartige Verarbeitung der metallischen Gläser erlaubt es, Bauteile viel präziser als mit üblichen Metallen herzustellen. So können Feinheiten mit einer Genauigkeit von nur einem Millionstel Meter gegossen werden – das ist sechzig Mal dünner als ein Haar. 

An der Universität des Saarlandes erforschen Werkstoffwissenschaftler diese Legierungen aus unterschiedlichen Metallen, da sie festgestellt haben, dass sich Mischungen aus Metallatomen in verschiedenen Größen bestens zur Glasherstellung eignen. Sie entwickelten jetzt eine neue Legierung, die auch Kupfer enthält, und sich vor allem für den Einsatz in Tablets und Smartphones, aber auch als Getriebezahnrad oder mechanische Feder anbietet.
Großer Vorteil der Metalllegierung: Die Schmelze muss nicht mehr so lange abkühlen, um metallische Gläser zu bilden. Auf diese Weise lassen sich auch massive Gläser herstellen, die als Konstruktionswerkstoff bestens eingesetzt werden können.

Struktur eines metallischen Glases aus Kupfer und Zirkonium. Bild: David Chen, Caltech, AAAS.
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