Kupferhäuser für die Wüste:

Trendsetter für  moderne Fertighäuser

 

Die extreme Korrosionsbeständigkeit und Langlebigkeit von Kupfer führte dazu, das Kupferhäuser in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts entwickelt wurde, die sogar bis ins heutige Israel verschifft wurden, um dort den schwierigen klimatischen Wüstenbedingungen stand zu halten. 
Heimatcontainer – Deutsche Fertighäuser in Israel » URBANOPHIL

Die so genannten "Allkupferhäuser" waren industriell gefertigte Häuser, die in Kisten verpackt überall in die Welt verschickt werden und dort vor Ort innerhalb von 24 Stunden ausgestellt werden konnten. Der Vorzug dieser Häuser lag in ihrer Variabilität und der leichten Montage. Damit waren die Kupferhäuser Vorreiter für die heutige Fertighausgeneration. Denn Kupfer bietet einige Eigenschaften, die auch heute noch im Fertighausbau wichtig sind: Beispiel ein niedriges Eigengewicht sowie eine hohe Feuer- und die bereits erwähnte gute Korrosionsbeständigkeit. Die Eigenschaften von Kupfer als guter Leiter führten außerdem dazu, dass man keinen Blitzab­leiter braucht, denn das Haus es wirkt wie ein Faradayscher Käfig. Anstriche oder Reinigen der Oberflächen waren genau so wenig nötig, da blankes Kupfer im Laufe der Zeit oxidiert und seine Farbe über ein Dunkelbraun bis hin zu einem hellem Grün verändert.

Stararchitekt Walter Gropius führte die ersten Modelle auf der Bauhaus-Ausstellung 1932 in Berlin vor, es war eine kleine Sensation. Angeboten wurden  wurden neun unterschiedliche Typenhäuser, wobei diverse Grundrisse und Größen erhältlich waren. Allein in Deutschland findet man heute noch 40 Kupferhäuser, viele davon in Berlin. Und auch in Israel werden diese Fertighäuser noch genutzt.

Das Einfamilienhaus aus im Werk vorgefertigten Elementen stellte einen innovativen Fortschritt gegenüber den konventionell aus Mauerwerk erstellten Häusern dar. Nicht nur die Fertigungsweise der Kupferhäuser, auch die Verwendung neuer Baumaterialien und der Einsatz einer effektiven Wärmedämmung, waren charakteristisch für diesen Haustyp.  
 
An das Wohnen im Kupferhaus muss man sich vielleicht erst ein bisschen gewöhnen: anstelle von Tapeten sind die Häuser von Innen mit Blech verkleidet, sechs verschiedene in die Bleche eingewalzte Reliefmuster standen zur Verfügung – in Farben wie: Nilgrün, Pastellblau oder Korallenrot. Die Käufer genossen den Komfort einer komplett eingerichteten Küche sowie eingepasster Einbauschränke, fertig in den vorfabrizierten Wänden verlegter Elektroinstallationen, Sanitäranlagen und Zentralheizung.  

Auch heute ist Kupfer und seine Legierungen wie Bronze und Messing in der zeitgenössischen Architektur ein absoluter Trendsetter - und dass nicht nur wegen seiner ästhetischen Vielfalt, sondern nach wie vor auch wegen seiner technischen Vorzüge.

 

 

 



Dieses Kupferhaus aus den 1930er Jahren steht in Berlin.

In der zeitgenössischen Architektur sind Kupferwerkstoffe wieder voll im Trend. Foto: KME. 
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